Welche Zollrisiken mit den USA jetzt besonders relevant sind und welche Strategien sich bewähren, erläutert Juliane Eichler, LL.M., Leiterin der Rechtsabteilung und Attorney-at-Law bei der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York, beim 15. IHK-Exportforum am 28. Oktober in Mainz.
Welches Bild der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA zeichnen Sie aktuell?
Der German American Business Outlook, eine jährliche Befragung deutscher Tochtergesellschaften in den USA durch die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern, zeigt klar: Deutsche Unternehmen betrachten den US-Markt langfristig. Trotz handelspolitischer Unsicherheiten und neuer Zollmaßnahmen bleiben sie zuversichtlich und investitionsbereit.
Wo begegnen Ihnen derzeit die größten Sorgen der Unternehmen?
Handelspolitische Unsicherheit wird von 46 Prozent der Unternehmen als größte Herausforderung genannt, bei 44 Prozent sind es die finanziellen Auswirkungen der Zölle.
Was sind Ihre drei wichtigsten Tipps für Betriebe?
1. Entwicklungen im Zoll- und Handelsrecht aktiv beobachten und frühzeitig reagieren. 2. Lieferketten und Vertriebsstrukturen regelmäßig überprüfen und flexibel anpassen. 3. Den US-Markt langfristig betrachten.
Welchen Rat würden Sie einem Newcomer-Unternehmen geben?
Unternehmen sollten ihre Zielgruppe und den Wettbewerb genau analysieren, ihre Produkte an lokale Anforderungen anpassen und die passende Vertriebsstrategie wählen. Ebenso wichtig ist es, rechtliche und regulatorische Fragen frühzeitig zu klären und zuverlässige lokale Partner aufzubauen.
Welche zentralen Erkenntnisse gewinnen die Teilnehmer Ihres Vortrags beim Exportforum?
Sie erhalten einen praxisnahen Überblick über die aktuellen US-Zölle, handelspolitische Entwicklungen und den Stand des US-EU-Abkommens. Außerdem geht es um konkrete Herausforderungen für deutsche Unternehmen und Handlungsempfehlungen.
Interview: Melanie Dietz, IHK für Rheinhessen