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 (Foto: stock.adobe.com - Lee)
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  • 17.08.2026

    Von der Hochschule in die Wirtschaft

    Zukunftsforschung im Trierer Robotik-Labor

  • Foto: Christian Kien
    Innovation, Umwelt, Energie

    Christian Kien

    Tel.: 0651 9777-540
    kien@trier.ihk.de

Prof. Dr. Jürgen Graf vertritt das Lehrgebiet Robotik im Fachbereich Informatik der Hochschule Trier.

Welche Rolle spielt KI bei modernen Robotern?

Robotik ist eines der anspruchsvollsten Anwendungsfelder künstlicher Intelligenz. Roboter müssen ihre Umgebung mit Kameras, Laserscannern und Navigationssensoren erfassen, Situationen interpretieren und handeln. Unser Labor forscht besonders an Navigation und Szeneinterpretation. Perspektivisch geht es um kollektive kognitive Systeme, die Informationen austauschen, Situationen gemeinsam interpretieren und ihr Handeln koordinieren.

Worin liegt die Bedeutung kollaborativer Roboter?
Roboter werden zunehmend mit Menschen und technischen Systemen zusammenarbeiten, Lasten transportieren oder bei körperlich belastenden Arbeiten unterstützen. Mehrere Systeme können zudem Informationen austauschen und Aufgaben koordinieren. Diese Verbindung von Wahrnehmung, Kommunikation und gemeinsamem Handeln nennen wir soziomorphe Systeme.

Warum lohnt sich Robotik und
Automation auch für KMU?

KI und Robotik können Fachkräfte entlasten, Inspektionen und Dokumentationen unterstützen, Qualität reproduzierbarer machen und Automatisierung bei kleineren Stückzahlen wirtschaftlicher gestalten. Entscheidend ist der gezielte Einsatz mit konkretem Nutzen.

Was sagen Sie Kritikern, die auf Risiken verweisen?
Sicherheit, Datenschutz, Cybersecurity, Haftung und Veränderungen der Arbeitswelt müssen ernst genommen werden. Deshalb sollten wir Robotik und KI in Europa selbst erforschen, entwickeln und verantwortungsvoll gestalten. Technologische Kompetenz ermöglicht uns, Standards mitzubestimmen und bei Zukunftstechnologien souverän zu bleiben.

Wie unterstützt Ihr Fachbereich die Wirtschaft?
Der Fachbereich Informatik verbindet wissenschaftliche Ausbildung mit industrieller Praxiserfahrung. Unser Labor forscht an Navigation und Szeneinterpretation für kollektive kognitive Systeme sowie mobiler und humanoider Robotik. Gemeinsam mit Unternehmen arbeiten wir in Förderprojekten. Davon profitieren Unternehmen, Labor, Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter; zugleich entstehen Innovationen.

Was würde die Arbeit an der
Hochschule erleichtern?

Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften braucht verlässliche Rahmenbedingungen für Personal, Infrastruktur und Forschungszeit sowie faire Promotionsmöglichkeiten. Wissenschaftliche Leistung sollte breit bewertet werden: Neben Publikationen zählen Industrieerfahrung, Patente, Produktentwicklung und Technologietransfer. Entscheidend sind fairer Wettbewerb und wissenschaftlich fundierte Forschung mit konkretem Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft, die zeitnah in der deutschen und europäischen Industrie Wirkung entfaltet.

Interview: Marcus Hormes

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