Sprungmarken zu den wichtigsten Seitenabschnitten


Hauptinhalt Servicelinks


IHK Trier


Seitenkopf

Seitenhauptinhalt

Motiv: Konjunktur Münzenstapel (Foto: Gerhard Ledwinka - Stock.Adobe.com)
(Foto: Gerhard Ledwinka - Stock.Adobe.com)
  • 10.02.2026

    Regionales Konjunkturklima: Anzeichen von Tauwetter

  • Foto: Dr. Matthias Schmitt
    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

    Tel.: 0651 9777-901
    schmitt@trier.ihk.de

IHK-Umfrage: Geschäftserwartungen erholt, aber Investitionen stocken weiterhin

„Die regionale Wirtschaft scheint den Tiefpunkt des Konjunkturtals nun durchschritten zu haben, doch der weitere Aufstieg droht mühsam zu werden. Eine Schwalbe macht leider noch keinen Sommer. Es fehlen dazu die nötigen wirtschaftspolitischen Strukturreformen“, sagt Jennifer Schöpf-Holweck, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator hat sich gegenüber Herbst 2025 um 9 Punkte auf aktuell 103 Zähler verbessert, liegt damit aber immer noch deutlich unter dem Vorkrisendurchschnitt der 2010er Jahre mit rund 120 Punkten (Dienstleistungssektor 112, Handel 95, Industrie 103, Gastgewerbe 97). Die Zahlen stammen aus der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn, an der sich 191 Unternehmen mit 23.700 Beschäftigten beteiligt haben.

Seit Herbst 2025 hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage durch die Betriebe nur leicht verbessert. Aktuell machen 24 Prozent der Befragten gute Geschäfte, 57 Prozent befriedigende und 19 Prozent schlechte. Daraus ergibt sich ein Saldo aus Positiv- und Negativbewertungen in Höhe von +5 Prozentpunkten nach +2 in der Vorumfrage. Der Blick nach vorne fällt erfreulicherweise deutlich weniger pessimistisch aus als noch vor einigen Monaten: 18 Prozent der Befragten erwarten eine bessere, 65 Prozent eine gleichbleibende und 17 Prozent eine schlechtere Entwicklung ihrer Geschäfte in den kommenden 12 Monaten. Im Herbst lagen die Anteile von Optimisten zu Pessimisten noch bei 12 zu 26 Prozent.

„Die regionale Wirtschaft verlässt den rezessiven Bereich und kommt jetzt in eher neutrale Konjunkturgefilde. Sie ist leider noch lange nicht über den Berg. Das zeigen die schwachen Werte bei den Investitions- und Beschäftigungsplanungen für 2026, die uns Sorgen bereiten“, analysiert IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Konkret: 32 Prozent der heimischen Betriebe wollen 2026 weniger, 45 Prozent gleichviel und nur 23 Prozent mehr investieren. Lediglich 17 Prozent geben eine Kapazitätsausweitung als Investitionsmotiv an. Trotz Fachkräftemangel gestalten sich die Beschäftigungsplanungen der Betriebe ebenfalls restriktiv. Nur jeder zehnte Befragte hat vor, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, während 21 Prozent fürchten, die Personalstärke reduzieren zu müssen.

„Im Industriesektor gibt es konjunkturelle Lichtblicke, aber der Knoten ist noch lange nicht geplatzt. Die Maschinenauslastung ist leicht unterdurchschnittlich, die Auftragsbestände fallen zu niedrig aus und die Auftragseingangsdynamik im vierten Quartal 2025 – gerade aus dem Inland – gestaltete sich abermals rückläufig. Stabil präsentierten sich allerdings die Auslandsorders, und auch bei den Exportaussichten wird aus tiefschwarz zumindest grau“, sagt Matthias Schmitt.

Die regionalen Unternehmen haben im Rahmen der IHK-Umfragen auch berichtet, welche Risikofaktoren sie in Bezug auf die eigene Geschäftstätigkeit im neuen Jahr sorgen. Dazu Jennifer Schöpf-Holweck: „Unsere Betriebe leiden ganz besonders unter den hohen Arbeitskosten und schlechten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Diese beiden Faktoren werden jeweils von rund zwei Dritteln der Befragten genannt. Wir brauchen endlich Reformen, die die finanziellen Belastungen der Unternehmen senken, Bürokratie abbauen und Fachkräftesicherung gewährleisten.“

Seitenfuß