Die Grüneberg-Tangente soll als Ortsumgehung für Alt-Kürenz eine neue Verbindung vom Aveler Tal über die Bahngleise bis zur Metternichstraße und von dort aus über Dasbachstraße und Verteilerkreise eine neue Anbindung an die A602 schaffen. Weil dadurch mehr Verkehr über die Dasbachstraße in Richtung Verteilerkreis und A 602 fließen würde, müsste ergänzend die Dasbachstraße deutlich ausgebaut werden. Die Einmündung in die Loebstraße bekäme dann eventuell eine geänderte Vorfahrt oder einen Kreisverkehr. Der Verteilerkreis könnte einen Bypass bekommen. Das heißt, von der Loebstraße könnte der Verkehr in einem Bogen direkt auf die Autobahn fließen, ohne durch den Verteilerkreis fahren zu müssen.
Nach früheren Berechnungen des von der Stadt mit der Detail-Verkehrsplanung in Trier-Nord beauftragten Fachbüros R+T würde die Grüneberg-Tangente die Franz-Georg-Straße täglich um 10 000 Autos entlasten. Für die Domänenstraße wird eine Entlastung von täglich 2400 Autos prognostiziert, für die Avelsbacher Straße eine Entlastung von rund 8000 Fahrzeuge (40 Prozent) am Tag.
Außerdem tut sich damit die Möglichkeit auf, die seit langem geforderten Bahnhaltepunkte Nord mit Landesmitteln zu realisieren. Luxemburg-Pendler könnten dann ihre Autos auf einem zu errichtenden Park-and-Ride-Parkplatz an der Brücke stehen lassen und mit der Bahn bis direkt bis zum Kirchberg fahren.
Sachstand
Das schon seit zwei Jahrzehnten vom Ortsbeirat Kürenz geforderte Projekt reicht bereits in die Zeiten von Baudezernent Peter Dietze zurück und wurde später von Baudezernent Andreas Ludwig nochmals neu in die Diskussion gebracht und wurde in den Flächennutzungsplan 2030 der Stadt Trier aufgenommen. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung des Projektes ist bislang nicht bekannt. Laut Presseinformationen sind jedoch im Haushaltsplan der Stadt Trier für 2025 finanzielle Mittel für einen Kauf des Geländes der Kleingartenanlage Kürenz von der Deutschen Bahn vorgesehen, die für eine spätere Umsetzung des Projektes erforderlich wären.
In Zusammenhang mit der Berichterstattung zur geplanten Errichtung eines neuen Bahnhaltepunktes Trier-Nord, auf Höhe der früheren Zementbrücke, wo irgendwann auch die geplante Grüneberg-Tangente über eine Brücke die Gleise queren soll, wurde die Realisierung der Umgehung Grüneberg bis 2030 als unrealistisch gewertet. Um dennoch den Bahnhaltepunkt zeitnah realisieren zu können, hat der Stadtrat Ende 2025 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie für eine separate Fuß- und Radwegbrücke über die Gleise in Auftrag zu geben. Eine Umfahrungslösung für Autofahrer dürfte sich damit auf unbestimmte Zeit verschieben, wobei die Stadtverwaltung in der entsprechenden Beschlussvorlage explizit darauf hinweist, dass der Bau einer Fuß- und Radwegebrücke zur Erschließung der Bahnstation einer späteren Realisierung des Straßenbauprojektes „Neuanbindung Aveler Tal“ (Ortsumfahrung Alt-Kürenz) nicht zuwiderlaufe. Die Brücke im Zuge der neuen Straßenumfahrung, die ja vor allem der Entlastung von Alt-Kürenz vom motorisierten Verkehr dienen soll, könne dadurch perspektivisch deutlich schmaler und kostengünstiger sowie mit weniger Eingriffen in Natur und Umwelt realisiert werden, indem sie ausschließlich mit einer Kfz-Fahrbahn (ohne Radfahrstreifen und Gehwege oder nur mit einem einseitigen Gehweg) geplant und realisiert wird und die Fuß- und Radführung auch dauerhaft parallel dazu über die geplante Fuß- und Radbrücke erfolgen würde.
Aktivitäten
Die Grüneberg-Tangente zählt zu den städtischen Verkehrsprojekten, die von der IHK Trier regelmäßig in ihren Forderungspapieren zum Oberzentrum Trier gefordert werden. Auch im Rahmen der IHK-Beteiligung zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2030 wurde die, abweichend zum städtischen Mobilitätskonzept erfolgte, Aufnahme des Projektes positiv gewertet, sofern sich die vorgeschlagene Anbindung über die Dasbachstraße an den Verteilerkreis als ausreichend leistungsfähig erweist oder eine zeitnahe Realisierung der ebenfalls vorgesehenen Anbindung des Industriegebiet Nord an die A 602 gelingt.
Forderungen
Die IHK unterstützt die Realisierung der Grüneberg-Tangente, fordert mit Blick auf die Konkurrenz zu anderen städtischen Verkehrsprojekten des städtischen Mobilitätskonzepts jedoch eine offene und transparente Diskussion auf Basis der Ergebnisse der durchgeführten Verkehrsuntersuchungen und eine nachvollziehbare Priorisierung der noch ausstehenden Projekte, unter Einbeziehung der zu erwartenden Realisierungskosten und möglichen Entlastungseffekte.
Hierzu wird eine zeitnahe Überarbeitung des Mobilitätskonzepts als sinnvoll erachtet, dessen ursprünglicher Zielhorizont 2025 bereits erreicht wurde.