01.09.2011
Große Investition lässt die Saat aufgehen
Dieser Text ist vom 01.09.2011 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Landmaschinenhersteller Lemken steigert Umsatz an neuem Standort im Industriepark Region Trier
Der Landmaschinenhersteller Lemken hat sein Geschäftsfeld bestens bestellt. Als Spezialist für den professionellen Pflanzenbau und –schutz in der Landwirtschaft hat das Familienunternehmen mit 230-jähriger Tradition sein Portfolio stetig und konsequent erweitert.
Während sich die rund 1 000 Beschäftigten (inklusive Leihpersonal) in der „Ursprungszelle“ und dem Hauptwerk im niederrheinischen Alpen der Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Maschinen für die Bodenbearbeitung und Aussaat widmen, konzentrieren sich die knapp 30 festangestellten Mitarbeiter plus die zeitweise eingesetzten Leiharbeiter am neuen Standort im Industriepark Region Trier (IRT) in Föhren/Hetzerath ausschließlich auf die Montage von Feldspritzen für den Pflanzenschutz.
Vor sechs Jahren hat die Chefetage um Firmeninhaber Viktor Lemken den „Doppelschlag“ in punkto Erweiterung des Portfolios perfekt gemacht. So übernahm die Lemken GmbH & Co. KG nicht allein die bis dahin erst fünf Jahre auf dem Markt bestehende Firma RTS im niedersächsischen Meppen, sondern auch die zu diesem Zeitpunkt 101 Jahre alte Pflanzenschutzgeräte-Fabrik Jakoby in Hetzerath.
„Jakoby hat mit seinen traditionsreichen Produkten gut ins Gefüge der Firma Lemken gepasst“, sagt Alfons Tibo, jahrzehntelanger Jakoby-Mitarbeiter und heutiger Betriebsleiter der Firma Lemken im IRT. Die hoch entwickelten Feldspritzen stünden für beste Qualität, seien zuverlässig und bedienerfreundlich – und rundeten das Angebot an Gerätschaften für Landwirte und Lohnunternehmer konsequent ab.
Ende August 2010 rückten die Planierfahrzeuge auf dem Eckgrundstück am Eingang der Europa-Allee an. Kurz danach wurden die Fundamente gegossen, und Mitte Januar bezogen die Lemken-Mitarbeiter die 2 500 Quadratmeter große Montagehalle sowie das etwa 200 Quadratmeter große Verwaltungsgebäude. Weitere 2 000 Quadratmeter stehen derzeit noch als Puffer für eine räumliche Ausdehnung auf dem Gelände zur Verfügung. Weiter östlich hat sich die Firma zudem eine Kaufoption für zusätzliches Gelände gesichert.
2,1 Millionen Euro waren der Firmenspitze die Investition in den neuen Standort wert. Im Ein-Schicht-Betrieb montieren die Fach- wie angelernten Kräfte die zugelieferten Einzelteile zu so genannten gezogenen Anhängerspritzen sowie Anbauspritzen, die direkt beispielsweise an einen Traktor angedockt werden, manuell zusammen. 800 bis 6 000 Liter Fassungsvermögen haben und etwa 7,50 Meter lang sind die Konstruktionen, die die Lemken-Halle in Hetzerath verlassen.
„Wir fertigen die Spritzen nach Auftragseingang zu 95 Prozent individuell nach dem jeweiligen Kundenwunsch“, sagt Tibo. Deshalb mache es auch keinen Sinn, Maschinen auf Halde zu produzieren. Geräte werden nicht allein in Deutschland vertrieben, sondern europaweit. Erste Lieferungen gingen in diesem Jahr auch nach Asien und Kanada.
Für das gesamte Bundesgebiet sind 17 Werksbeauftragte bei Händlern und Kunden unterwegs, um Aufträge für die Firma herein zu holen. Im Stammwerk in Alpen werden sie bearbeitet und anschließend an die Montage-Standorte in Meppen und Hetzerath weitergeleitet.
Bis zu sechs Mitarbeiter sind nach Auskunft Tibos in einer Montagelinie beschäftigt. Zwischen zwölf und 13 Geräten könnten zurzeit innerhalb einer Woche im Werk in Hetzerath fertiggestellt werden. Per Lkw oder Tieflader werden sie zum Kunden transportiert.
„Trotz umzugsbedingter Montagepause im Januar haben wir die Planung für 2011 erfüllt und den Umsatz an den Standorten in Meppen und Hetzerath um 15 Prozent gesteigert“, erläutert Alfons Tibo.
Für Alfons Tibo sticht zudem ein weiterer Aspekt heraus, der längst nicht in allen Firmen selbstverständlich sei: „Die Führungscrew in Alpen ist insgesamt sehr sozial eingestellt und hat ein offenes Ohr für die Mitarbeiter.“ Zwar sei der Druck für die Belegschaft im Vergleich zu Jakoby-Zeiten etwas größer geworden. Dafür gebe es jedoch eine klare Marschroute: Die Firmenspitze wisse, was und wohin sie wolle und scheue notwendige Investitionen nicht. „Man spürt einfach, dass dies ein Familienbetrieb ist. Auch hier sind die Zahlen wichtig. Aber sie sind längst nicht alles.“
Während sich die rund 1 000 Beschäftigten (inklusive Leihpersonal) in der „Ursprungszelle“ und dem Hauptwerk im niederrheinischen Alpen der Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Maschinen für die Bodenbearbeitung und Aussaat widmen, konzentrieren sich die knapp 30 festangestellten Mitarbeiter plus die zeitweise eingesetzten Leiharbeiter am neuen Standort im Industriepark Region Trier (IRT) in Föhren/Hetzerath ausschließlich auf die Montage von Feldspritzen für den Pflanzenschutz.
Vor sechs Jahren hat die Chefetage um Firmeninhaber Viktor Lemken den „Doppelschlag“ in punkto Erweiterung des Portfolios perfekt gemacht. So übernahm die Lemken GmbH & Co. KG nicht allein die bis dahin erst fünf Jahre auf dem Markt bestehende Firma RTS im niedersächsischen Meppen, sondern auch die zu diesem Zeitpunkt 101 Jahre alte Pflanzenschutzgeräte-Fabrik Jakoby in Hetzerath.
„Jakoby hat mit seinen traditionsreichen Produkten gut ins Gefüge der Firma Lemken gepasst“, sagt Alfons Tibo, jahrzehntelanger Jakoby-Mitarbeiter und heutiger Betriebsleiter der Firma Lemken im IRT. Die hoch entwickelten Feldspritzen stünden für beste Qualität, seien zuverlässig und bedienerfreundlich – und rundeten das Angebot an Gerätschaften für Landwirte und Lohnunternehmer konsequent ab.
2,1 MILLIONEN EURO IN NEUEN STANDORT INVESTIERT
Bis Ende Dezember 2010 arbeitete die ehemalige Jakoby-Mannschaft am früheren Firmenstandort gleich neben dem Hetzerather Bahnhof. Alfons Tibo: „Das gesamte Firmenareal mit seinen Hallen war sehr verschachtelt und verwinkelt. Der Standort war nicht besonders repräsentativ, und in den alten Gebäuden gestaltete sich eine effiziente Produktion relativ schwierig.“ So habe die Belegschaft die Entscheidung der Unternehmensspitze, im IRT neu zu bauen, begeistert aufgenommen.Ende August 2010 rückten die Planierfahrzeuge auf dem Eckgrundstück am Eingang der Europa-Allee an. Kurz danach wurden die Fundamente gegossen, und Mitte Januar bezogen die Lemken-Mitarbeiter die 2 500 Quadratmeter große Montagehalle sowie das etwa 200 Quadratmeter große Verwaltungsgebäude. Weitere 2 000 Quadratmeter stehen derzeit noch als Puffer für eine räumliche Ausdehnung auf dem Gelände zur Verfügung. Weiter östlich hat sich die Firma zudem eine Kaufoption für zusätzliches Gelände gesichert.
2,1 Millionen Euro waren der Firmenspitze die Investition in den neuen Standort wert. Im Ein-Schicht-Betrieb montieren die Fach- wie angelernten Kräfte die zugelieferten Einzelteile zu so genannten gezogenen Anhängerspritzen sowie Anbauspritzen, die direkt beispielsweise an einen Traktor angedockt werden, manuell zusammen. 800 bis 6 000 Liter Fassungsvermögen haben und etwa 7,50 Meter lang sind die Konstruktionen, die die Lemken-Halle in Hetzerath verlassen.
FAST JEDE MASCHINE IST EIN UNIKAT
Manuell bedient oder computergesteuert bringt der Landwirt mit diesen Spritzen die Pflanzenschutzmittel oder Flüssigdünger auf Felder und Äcker auf. Wegen der häufig völlig unterschiedlichen Gegebenheiten und technischen Bedürfnisse der Landwirte gibt es so gut wie keine baugleichen Maschinen.„Wir fertigen die Spritzen nach Auftragseingang zu 95 Prozent individuell nach dem jeweiligen Kundenwunsch“, sagt Tibo. Deshalb mache es auch keinen Sinn, Maschinen auf Halde zu produzieren. Geräte werden nicht allein in Deutschland vertrieben, sondern europaweit. Erste Lieferungen gingen in diesem Jahr auch nach Asien und Kanada.
Für das gesamte Bundesgebiet sind 17 Werksbeauftragte bei Händlern und Kunden unterwegs, um Aufträge für die Firma herein zu holen. Im Stammwerk in Alpen werden sie bearbeitet und anschließend an die Montage-Standorte in Meppen und Hetzerath weitergeleitet.
Bis zu sechs Mitarbeiter sind nach Auskunft Tibos in einer Montagelinie beschäftigt. Zwischen zwölf und 13 Geräten könnten zurzeit innerhalb einer Woche im Werk in Hetzerath fertiggestellt werden. Per Lkw oder Tieflader werden sie zum Kunden transportiert.
„Trotz umzugsbedingter Montagepause im Januar haben wir die Planung für 2011 erfüllt und den Umsatz an den Standorten in Meppen und Hetzerath um 15 Prozent gesteigert“, erläutert Alfons Tibo.
NEUER STANDORT MOTIVIERT DIE MITARBEITER
Woran das liegt, weiß der Betriebsleiter ohne langes Nachdenken zu beantworten: „Unser großes Plus hier am Standort ist die Mannschaft, die überwiegend schon mehr als 25 Jahre zusammenarbeitet. Es gibt ein großes Know-how der Mitarbeiter, und sie arbeiten sehr gewissenhaft. Durch die optimalen Bedingungen am neuen Standort, auf einer einzigen Montagefläche, ist ein effizienteres Arbeiten möglich geworden. Die Mitarbeiter sind hoch motiviert und haben durch ihren überdurchschnittlichen Einsatz zu dem guten Ergebnis beigetragen.“Für Alfons Tibo sticht zudem ein weiterer Aspekt heraus, der längst nicht in allen Firmen selbstverständlich sei: „Die Führungscrew in Alpen ist insgesamt sehr sozial eingestellt und hat ein offenes Ohr für die Mitarbeiter.“ Zwar sei der Druck für die Belegschaft im Vergleich zu Jakoby-Zeiten etwas größer geworden. Dafür gebe es jedoch eine klare Marschroute: Die Firmenspitze wisse, was und wohin sie wolle und scheue notwendige Investitionen nicht. „Man spürt einfach, dass dies ein Familienbetrieb ist. Auch hier sind die Zahlen wichtig. Aber sie sind längst nicht alles.“