Sprungmarken zu den wichtigsten Seitenabschnitten


Hauptinhalt Servicelinks


IHK Trier


Seitenkopf

Seitenhauptinhalt

Motiv: Wegweiser mit motivierenden Beschriftungen  (Foto: Innovation RTimages_Fotolia)
(Foto: Innovation RTimages_Fotolia)
  • 27.07.2026

    Ein Jahr Hightech Agenda Deutschland: viel versprochen, viel noch offen

  • Foto: Christian Kien
    Innovation, Umwelt, Energie

    Christian Kien

    Tel.: 0651 9777-540
    kien@trier.ihk.de

Deutschland will bei Künstlicher Intelligenz (KI), Mikroelektronik und weiteren Schlüsseltechnologien wieder zur internationalen Spitze aufschließen. Mit der „Hightech Agenda Deutschland” (HTAD) hat das Bundeskabinett dafür vor rund einem Jahr einen ambitionierten innovationspolitischen Fahrplan vorgelegt: Sechs Zukunftstechnologien, fünf strategische Forschungsfelder und neun zentrale Hebel sollen dazu beitragen, die Innovationsdynamik langfristig zu erhöhen. Inzwischen verdeutlichen erste Roadmaps, wohin die Reise gehen soll. Damit die strategischen Ambitionen auch erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden können, besteht aus Sicht der Wirtschaft aber noch Nachbesserungsbedarf.
 
Überblick über den Status quo 
Flankiert wird die Förderung der sechs Schlüsseltechnologien (KI, Biotechnologie, Quantentechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung, Mikroelektronik sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität) von wiederum neun definierten Hebeln. Dabei handelt es sich um strategische Instrumente, die Forschung schneller in marktfähige Innovationen überführen sollen. Durch die Kombination von gezielter Technologieförderung und Stärkung der Innovationsstrukturen schaffen sie die Voraussetzungen für nachhaltige Wertschöpfung, wirtschaftliches Wachstum und technologische Souveränität. In Partnerdialogen mit verschiedenen Stakeholdern wurden zum Jahresbeginn erste Roadmaps erstellt. Auf dieser Grundlage verfasste die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zusammen mit den rund 140 Innovations- und Technologieberatern und -beraterinnen der Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Juni dieses Jahres das Diskussionspapier „Hightech Agenda Deutschland – Roadmaps und Hebel im Praxischeck“. Es liefert Empfehlungen für die weitere Ausgestaltung der HTAD. 
 
Roadmaps im Praxischeck 
Bislang wurden sechs Roadmaps zu den jeweiligen Schlüsseltechnologien veröffentlicht. Weitere sind in Planung, wobei offenbleibt, wie viele insgesamt entwickelt werden. Die Roadmaps enthalten richtige Impulse, um Wirtschaft und Wissenschaft stärker zu vernetzen. Initiativen, die den Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen zu Forschungsinfrastrukturen verbessern sollen, flankieren die ambitionierten Maßnahmen. Grundsätzlich bieten die vorgestellten Ansätze die Chance, durch diese Technologien neue Wachstumsimpulse in Deutschland zu setzen.
 
Allerdings sind viele Vorschläge noch zu unkonkret und zu wenig mittelstandsorientiert. So sollten Erfolgskriterien unbedingt präzisiert werden: Bau- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt, der Strompreis für den Mittelstand gesenkt und Tools zum strategischen Schutz von geistigem Eigentum bereitgestellt werden. Die Roadmaps sollten zudem die Innovationspolitik der EU ergänzen und daher mit europäischen Initiativen abgestimmt sein. Angekündigte, aber noch nicht veröffentlichte Roadmaps sollten schnell auf den Weg gebracht werden, damit die Hightech Agenda ihre Wirkung in der Breite der technologischen Innovationsfelder entfalten kann. Die konkreten Forderungen zu den einzelnen Roadmaps sind im Diskussionspapier aufgeführt.
 
Hebel im Praxischeck
Die neun geplanten Hebel sollen maßgeblich die Entwicklung der Schlüsseltechnologien und der Wachstumsfelder vorantreiben. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft muss die HTAD nicht nur definierte Kerntechnologien stärken, sondern auch den Innovationsstandort in seinen Strukturen. In ihrem Diskussionspapier plädiert die DIHK unter anderem dafür, das Innovationsfreiheitsgesetz und das Bundeserprobungsgesetz schneller umzusetzen. Außerdem sollten die Innovationsförderprogramme gestärkt und verstetigt sowie die Forschungsinfrastruktur weiter ausgebaut werden.
 
Grundsätzlich gilt: Die HTAD sollte vor allem auf einen schnelleren Wissens- und Technologietransfer abzielen, der moderne und agile Förderinstrumente sowie bessere Finanzierungsbedingungen verbindet. Auch aktuelle Innovationshemmnisse sollten stärker abgebaut werden. Im DIHK-Innovationsreport gaben 68 Prozent der Unternehmen an, dass unnötige Bürokratie die Innovationsaktivitäten ausbremsen.
 
Nächster Schritt: zielgerichtete Realisierung 
Eine schnelle, verbindliche und ausreichend finanzierte Umsetzung wird maßgeblich über den Erfolg der Hightech Agenda entscheiden. Damit sie gelingt, sollte die HTAD stärker an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet werden. Das IHK-Netzwerk begleitet diesen Prozess konstruktiv und unterstützt gerne dabei, die vorgesehenen Maßnahmen weiterzuentwickeln und zu konkretisieren.

Seitenfuß