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Motiv: Am Himmel ziehen weiße Wolken an der Sonne vorbei. (Foto: Jose Ignacio Soto - Fotolia.com)
(Foto: Jose Ignacio Soto - Fotolia.com)

01.09.2011

Cloud Computing


Dieser Text ist vom 01.09.2011 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Heiter bis wolkig

Nicht nur in Fachkreisen versteht man unter einer „Wolke“ immer weniger eine Ansammlung sehr feiner Wassertröpfchen oder Eiskristalle, sondern zunehmend die Auslagerung von IT. Aktuell wird darüber diskutiert, ob das so genannte „cloud computing“ wirklich zukunftsweisend ist. Unternehmen und Verwaltungen wägen die Vor- und Nachteile ab – mancher Betrieb hat bereits die Entscheidung zugunsten der cloud getroffen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat im Herbst 2010 eine Initiative zu dem Thema gestartet, um Chancen und Risiken von cloud computing umfassend zu diskutieren und zu analysieren. Eine höhere Datensicherheit steht dabei im Vordergrund.
 
WAS IST CLOUD COMPUTING?
Cloud computing bezeichnet die Auslagerung von Rechenzentrumskapazitäten und IT-Infrastruktur in virtuelle Rechenzentren. Durch die Einbindung des Internet wird keine Mensch-Maschine-Interaktion mehr benötigt. Das nutzende Unternehmen muss weder die Software, noch die notwendigen Rechnerkapazitäten vorhalten: Der Dienstanbieter stellt diese zur Verfügung und nutzt weltweit bestehende Rechnerkapazitäten aus, die miteinander verbunden sind. Momentan bieten insbesondere die großen internationalen Konzerne wie Google, Amazon, IBM und Microsoft diesen Service an.

WAS SIND DIE VOR- UND NACHTEILE?
Für die Unternehmen ergeben sich daraus folgende Vorteile: Rechnerkapazitäten können kurzfristig an den Bedarf angepasst werden. Dadurch sind eigene Hard- und Software sowie entsprechende Fachkenntnis nicht mehr in dem bisherigen Umfang erforderlich, so dass Kosten eingespart werden. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt nach Bedarf und in der Regel unkompliziert.
Nach einer Unternehmensumfrage des DIHK wurden die größten Vorteile von cloud computing bei der Vermeidung von Wartungsaufwand (18 Prozent), bei Kosteneinsparungen (16 Prozent), neuesten technischen Standards bei IT und IT-Dienstleistungen (elf Prozent), der Konzentration auf das Kerngeschäft des Unternehmens sowie bei bedarfsspezifischen Lösungen (jeweils zehn Prozent) gesehen.

Dem stehen jedoch auch Nachteile gegenüber: Die Unternehmen können nicht nachvollziehen, wo sich die ausgelagerten Daten aktuell befinden. Fragen der Haftung, des Urheberrechts, der Strafverfolgung sowie der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sind ungeklärt. Datenschutzrechtlich handelt es sich um eine Auftragsdatenverarbeitung (Paragraph elf Bundesdatenschutzgesetz). Diese verlangt eine Kontrolle beziehungsweise Kontrollmöglichkeit der Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen aus dem Auftrag, die aber bei cloud computing an tatsächlichen Hindernissen scheitert. Bereits die gesetzlich vorgeschriebenen vertraglichen Vereinbarungen dürften mit den großen Anbietern schwierig auszuhandeln sein. Zudem findet eine Datenweitergabe ins Ausland, auch außerhalb Europas statt. Hier bedarf es weiterer rechtlicher Vorkehrungen, um dies zulässig zu gestalten.

Zusätzliche Schranken für ein cloud computing können sich aus bereichs- und branchenspezifischen Gesetzen wie der Abgabenordnung und dem Kreditwesengesetz ergeben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass es bisher bei fast jedem großen Anbieter einen größeren Vorfall im Bereich Verfügbarkeit oder Sicherheit gab, so dass Unsicherheit besteht, ob das Instrument des cloud computing bereits technisch ausgereift ist.

WIE SEHEN DIE UNTERNEHMEN DIE ENTWICKLUNG?
In der Umfrage des DIHK wurde deutlich, dass viele Unternehmen cloud computing als zukunftsträchtig ansehen. Befragt wurden Unternehmen aller Branchen und Größen. Das Thema ist ein aktueller Toptrend im Softwarebereich, von dem sich – das zeigt die aktuelle Umfrage ebenfalls – viele Unternehmen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne erhoffen.

SICHERHEIT AN ERSTER STELLE
Die Entscheidung der Politik, beim Thema Datensicherheit anzusetzen, um cloud computing attraktiver zu machen, ist offenbar richtig. Die DIHK-Umfrage identifiziert die größten Sicherheitsbedenken in der mangelnden Kontrolle (Stichwort: „heimatlose Daten“) (23 Prozent der Unternehmen), die Möglichkeit der Ausspähung von Betriebs-/Geschäftsgeheimnissen sowie im mangelnden Datenschutz (jeweils 21 Prozent der Betriebe).

Knapp 80 Prozent der Unternehmen befürworten demnach eine spezifische „Deutsche Cloud“. Das große Interesse daran sowie die umfassenden Sicherheitsbedenken machen deutlich, dass durch die Beseitigung der bestehenden Hindernisse die Nutzung von cloud computing deutlich gesteigert und damit die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen – sowohl auf Anbieter-, als auch auf Anwenderseite – erhöht werden kann.

GROSSES POTENZIAL ERKENNBAR
Cloud computing birgt insgesamt jedoch großes Potenzial. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) befassen sich entweder konkret mit der Nutzung oder können sich dies für später vorstellen. Ein weiterer Indikator ist die aktuelle Unterbringung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT): 81 Prozent der befragten Unternehmen haben die IKT in einem eigenen Rechenzentrum/auf einem eigenen Server untergebracht. Die übrigen lassen ihre IKT extern betreiben oder haben sie bereits in die Cloud (sieben Prozent) verlagert.
Annette Karstedt-Meierrieks, DIHK Berlin
Eva Kirschsieper, DIHK Berlin

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