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02.06.2020

Interkulturelle Fettnäpfchen vermeiden


Dieser Text ist vom 02.06.2020 und könnte inhaltlich veraltet sein.

So gelingen erfolgreiche Geschäftsbeziehungen mit Luxemburgern

Das Großherzogtum Luxemburg bietet aufgrund der Marktnähe besonders den regionalen Unternehmen attraktive Geschäftschancen. Zudem pendeln täglich rund 30 000 Arbeitnehmer aus der Region Trier nach Luxemburg. Bei aller vorherrschender Internationalität, ist es auch wesentlich, die luxemburgische Mentalität zu kennen und interkulturelle Fettnäpfchen gezielt zu vermeiden. Dazu zählen nicht nur Verhaltensweisen, die es in der Interaktion zu beachten gilt, sondern auch, dass in der geschäftlichen Kommunikation neben Französisch und Deutsch die lëtzebuergesche Sprache immer gefragter wird.
Wie „ticken“ unsere luxemburgischen Nachbarn?
Die Beziehungsebene und Sympathien stehen für den Luxemburger im Vordergrund bei einer geschäftlichen Zusammenarbeit. Dadurch können zuweilen kulturelle Missverständnisse mit Deutschen entstehen, die verstärkt auf der Sach- oder Inhaltsebene agieren.
Während die Deutschen für ihre direkte Art und deutlich formulierte Anweisungen bekannt sind, setzen die luxemburgischen Nachbarn in ihrer Kommunikation eher auf Subtilität. Offene Kritik wird allgemeinhin als unhöflich angesehen.
Im Kontrast zur deutschen Mentalität, alle Belange möglichst zügig und präzise zu erledigen, steht die luxemburgische Auffassung, Aufgaben stets mit Pragmatismus und Sorgfalt durchzuführen. Getreu dem Motto „Alles mat senger Zäit“ kann es die Geschäftsbeziehung zum Luxemburger Kunden durchaus negativ beeinflussen, wenn letzterer zu sehr gedrängt wird. Dies gilt vor allem bei Neukunden. Daher ist es auch im Geschäftsalltag erfolgsentscheidend, genügend Zeit in den Aufbau der Beziehungsebene zu investieren. Das heißt, im Vordergrund stehen die Geschäftsbeziehung und das Kennenlernen des Kunden und weniger das bloße Abarbeiten einer Tagesordnung oder eines Auftrags.

Lëtzebuergesch immer präsenter im luxemburgischen Geschäftsalltag
Nicht nur die Einhaltung der richtigen Etikette für geschäftliche Termine hat großen Einfluss auf den beruflichen Erfolg im Großherzogtum, sondern auch die Verwendung oder zumindest Kenntnis der lëtzebuergeschen Sprache.
Lëtzebuergsch ist seit 1884 die dritte Amtssprache in Luxemburg. Damit zählt sie auch zu den offiziellen Sprachen der EU. Bisher wurde die luxemburgische Sprache hauptsächlich innerhalb der Familie gesprochen, aber mittlerweile wird sie auch immer häufiger als Geschäftssprache genutzt. Mit den deutschen Grenzpendlern wird Deutsch gesprochen, ebenso wenn der Gesprächspartner zu verstehen gibt, dass ihm die deutsche Sprache leichter fällt. Dennoch gibt es vermehrt luxemburgische Unternehmen, die anbieten, die schriftliche oder mündliche Kommunikation auch auf Luxemburgisch abzuhalten. Und wenn ein Deutscher dem luxemburgischen Gesprächspartner zugesteht, weiter auf Lëtzebuergesch zu reden, kann sich das auch durchaus positiv auf die Geschäftsbeziehung auswirken.
Generell besteht beim Umgang mit den drei Amtssprachen die Regelung, dass in der Sprache geantwortet wird, in der die Kommunikation begonnen wurde. Einzige Ausnahme bilden hierbei Gesetztestexte, die ausschließlich in französischer Sprache verfasst werden.
Das Seminar „Business-Lëtzebuergesch“ der EIC Trier GmbH vermittelt mit sprachpraktischen Übungen weiterführende interkulturelle Kommunikations- und Interaktionskompetenzen, um in geschäftlichen Beziehungen mit dem Nachbarn sicher und souverän auftreten zu können. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen, die auf dem luxemburgischen Markt aktiv sind oder werden wollen, aber auch an deutsche Grenzpendler und luxemburgische Arbeitnehmer. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 30. Juni 2020, in der IHK Trier statt, die Anmeldung ist bis einschließlich 24. Juni möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 235 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Anmeldungen sind telefonisch: (06 51) 9 75 67 15 oder per E-Mail an woerle@eic-trier.de möglich.

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